SD-Karte für Video wählen: V30, V60, V90 und CFexpress

SD-Karte für Video: SDHC vs. SDXC, V30–V90, UHS-I und UHS-II, CFexpress und Kartenleser. Was kaufen?

Die Karte ist das billigste Teil der Ausrüstung und kann trotzdem einen ganzen Drehtag ruinieren: Die Kamera bricht mitten im Interview mit dem Hinweis auf eine zu langsame Karte ab, oder ein Hochzeitsclip lässt sich nicht abspielen. Meist ist nichts defekt – die Karte kommt schlicht mit der Datenrate des gewählten Formats nicht mit. Für anspruchsvolle 4K-Codecs ist eine V90-Karte die sichere Wahl, etwa die Exascend Catalyst UHS-II V90 128 GB mit garantierten 90 MB/s beim Schreiben.

Im Folgenden zeigen wir, wie man die Angaben auf der Karte liest, wie man aus der Datenrate die nötige Klasse berechnet, wann sich der Umstieg auf CFexpress lohnt und warum man am Kartenleser nicht sparen sollte.

Exascend Catalyst UHS-II V90 128 GB – Etikett mit SDXC-Logo, UHS-II-Zeichen, U3 und Klasse V901 / 8

SDHC vs. SDXC: Es geht um Kapazität

Die Buchstaben nach „SD“ sagen nichts über die Geschwindigkeit, nur über Kapazität und Dateisystem. Laut SD Association reicht SDHC von über 2 GB bis 32 GB mit FAT32, SDXC von über 32 GB bis 2 TB mit exFAT und SDUC von über 2 TB bis 128 TB, ebenfalls mit exFAT.

In der Praxis begrenzt FAT32 eine Datei auf 4 GB, deshalb teilen ältere Geräte lange Aufnahmen in Stücke. Und Vorsicht: Eine SDXC-Karte funktioniert nicht in einem Gerät, das nur SDHC kennt. Umgekehrt geht es.

Und „micro SD vs. SDXC“? Das ist kein Gegensatz: microSD ist nur die kleinere Bauform mit gleicher Logik und gleichen Kapazitätsklassen (microSDXC). Für eine Kamera mit SD-Slot kaufen Sie die volle Größe, microSD gehört in Drohnen, Actioncams und Smartphones.

Exascend Catalyst V60 512 GB – Etikett mit den Symbolen U3, Class 10, SDXC, UHS-II und V602 / 8

V30, V60, V90: garantiertes Minimum

Die Zahl nach dem V ist die minimale dauerhafte Schreibgeschwindigkeit in MB/s: V30 garantiert 30 MB/s, V60 60 MB/s und V90 90 MB/s. Genau das braucht die Kamera – einen gleichmäßigen Datenstrom über die ganze Aufnahme, keine kurze Spitze. Die großen „300 MB/s“ auf dem Etikett sind die maximale Lesegeschwindigkeit und sagen über die Aufnahme wenig.

Die Klasse berechnen Sie aus der Datenrate: Megabit pro Sekunde durch acht teilen. Die Sony α7 IV schreibt laut Handbuch XAVC S 4K mit 200 Mb/s (25 MB/s) auf eine U3/V30-Karte, XAVC S-I 4K mit 600 Mb/s (75 MB/s) verlangt aber SDXC V90 oder CFexpress Type A mit VPG200. Planen Sie Reserve ein und prüfen Sie die Klasse immer im Handbuch Ihrer Kamera.

Sony TOUGH SF-M 256 GB V60 in der Hand kurz vor dem Einsetzen in den SD-Slot einer spiegellosen Kamera3 / 8

UHS-I vs. UHS-II: die zweite Kontaktreihe

UHS ist der Bus, also der Weg zwischen Karte und Gerät. UHS-I hat eine Kontaktreihe und endet bei 104 MB/s. UHS-II ergänzt eine zweite Reihe und schafft laut SD Association 156 MB/s im Vollduplex oder 312 MB/s im Halbduplex. Erkennbar ist sie an der römischen II auf dem Etikett. Die Klassen V60 und V90 gibt es nur bei UHS-II und schnelleren Karten.

Eine UHS-II-Karte funktioniert auch im UHS-I-Slot, aber nur mit dessen Tempo – die Sony TOUGH SF-M 256 GB liest dort laut Hersteller bis 95 MB/s statt 277 MB/s. Bevor Sie für UHS-II bezahlen, prüfen Sie, was Ihr Slot kann; manche Gehäuse haben einen UHS-II-Slot und einen zweiten nur mit UHS-I.

Exascend Essential Pro CFexpress 4.0 Type A 256 GB mit Kennzeichnung VPG 400 und 1800 MB/s4 / 8

Wenn SD nicht reicht: CFexpress A und B

CFexpress kommuniziert über PCIe wie eine SSD im Computer. In Version 4.0 liest die Exascend Essential Pro Type A bis 1.800 MB/s und die Element Pro Type B 1 TB bis 3.500 MB/s. Gekauft wird sie aber vor allem, weil die Kamera sie für die höchsten Codecs, RAW-Video oder lange Serien verlangt.

Type A ist kleiner und nutzt eine PCIe-Lane; laut CompactFlash Association verwenden sie bisher nur ausgewählte Sony-Kameras, deren Slot oft auch SD aufnimmt. Type B nutzt zwei Lanes und hat das Format von XQD; Sie finden sie in ausgewählten Gehäusen von Canon, Nikon, Fujifilm, Panasonic und Sony. Die Typen sind nicht austauschbar, kaufen Sie passend zum Slot. Für Video achten Sie auf das VPG-Zeichen – VPG 400 garantiert 400 MB/s beim Schreiben.

Exascend UHS-II Kartenleser für SD und microSD mit eingebautem USB-A-Stecker5 / 8

Der Leser: der vergessene Engpass

Eine schnelle Karte im langsamen Leser ist wie ein Sportwagen im Stau. Billige Leser und eingebaute Notebook-Slots können oft nur UHS-I und lesen eine UHS-II-Karte daher mit rund 100 MB/s. Eine volle 128-GB-Karte zu kopieren dauert dann etwa 21 Minuten statt rund 7 Minuten bei 300 MB/s – eine theoretische Rechnung, doch am Ende eines langen Tages merkt man den Unterschied.

Der Exascend UHS-II SD/microSD ist ein Taschenleser mit UHS-II-SD-Slot bis 300 MB/s und microSD-Slot (UHS-I). Er wiegt 12 g und wird über USB 3.2 Gen 1 mit einem fest eingebauten USB-A-Stecker ohne Kabel angeschlossen. Sparen Sie nicht am Kartenleser: Während des Kopierens liegen die Aufnahmen noch an nur einem Ort.

SmallRig 4532 mit eingesteckten CFexpress-Type-B-, SD- und microSD-Karten, an ein Notebook angeschlossen6 / 8

Leser und Etui für CFexpress B

Wer auf CFexpress Type B dreht und dazu SD- und microSD-Karten aus der Drohne hat, wird den SmallRig 4532 schätzen. Er ist Leser und Etui in einem: Slots für CFexpress Type B, SD und microSD (beide UHS-II, bis 312 MB/s) und eine USB-3.2-Gen-2-Schnittstelle mit bis zu 1.250 MB/s. Am Computer erscheinen die Karten als getrennte Laufwerke, Umstecken ist also nicht nötig.

Rechnen Sie damit, dass USB 3.2 Gen 2 die schnellsten CFexpress-4.0-Karten ausbremst – für ihr volles Tempo braucht es einen Leser mit USB4. Für die meisten Notebooks ist das ein vernünftiger Kompromiss. Das Etui hat ein im Gehäuse verstautes USB-C-Kabel, einen separaten Stromanschluss, einen Aluminium-Kühlkörper und einen AirTag-Steckplatz.

Geöffnetes SmallRig 4532 Etui mit Fächern für drei CFexpress-Type-B-, vier SD- und zwei microSD-Karten und Statusmarken7 / 8

Fälschungen, Formatieren und Wechseln

Eine gefälschte Karte meldet etwa 256 GB, fasst aber nur einen Bruchteil; ist sie voll, überschreibt sie Daten, und das merken Sie erst im Schnitt. Kaufen Sie bei autorisierten Händlern, trauen Sie keinem verdächtig niedrigen Preis und füllen Sie eine neue Karte vor dem ersten Einsatz komplett mit einem Prüfprogramm wie H2testw oder F3.

Formatieren Sie die Karte in der Kamera, mit der Sie drehen, und erst nach der Sicherung; löschen Sie keine Dateien am Computer. Für einen längeren Einsatz sind mehrere kleinere Karten sicherer als eine riesige, und bei zwei Slots lohnt die Sicherungsaufnahme auf beide. Im SmallRig-Etui hat jeder Slot eine Schiebemarke leer/voll, damit keine volle Karte versehentlich zurück in die Kamera wandert.

Mehrere Sony TOUGH SF-M V60 Karten unterschiedlicher Kapazität auf nasser Oberfläche8 / 8

Was für wen

Vlog, Familienvideo, Full HD und 4K bis 200 Mb/s: Eine V30-Karte und ein ordentlicher Leser genügen.

Lange 4K-Aufnahmen, Zeitlupe, Foto und Video: die Exascend Catalyst V60 512 GB oder die robuste Sony TOUGH V60, wenn Sie draußen bei Staub und Regen drehen. Dazu ein UHS-II-Leser.

Intraframe-Codecs um 600 Mb/s auf SD: die Exascend Catalyst V90.

Kamera mit CFexpress-Slot: Type A für ausgewählte Sony-Modelle, Type B für Canon, Nikon und andere – plus ein Leser, der ihr Tempo nicht verschenkt. Es gilt immer: zuerst das Kamerahandbuch, dann die Karte.

Für wen es sinnvoll ist

Für die meisten 4K-Drehs reicht eine V30- oder V60-Karte, für anspruchsvolle Intraframe-Codecs greifen Sie zur Exascend Catalyst V90. Hat die Kamera einen CFexpress-Slot und drehen Sie RAW oder die höchsten Codecs, ist CFexpress Type A oder Type B angebracht – und in beiden Fällen ein Leser, der die Karte nicht bremst, etwa der Exascend UHS-II.

Was uns am Design gefällt: Die Klasse V90 garantiert dauerhaft 90 MB/s beim Schreiben, sodass die Catalyst V90 auch 4K-Intraframe-Codecs um 600 Mb/s bewältigt, für die gewöhnliche Karten nicht reichen.

Was Sie einplanen sollten: Das UHS-II-Tempo zeigt sich nur in UHS-II-Slot und -Leser, und die nötige Kartenklasse muss immer im Handbuch der jeweiligen Kamera geprüft werden.

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Syntex.

Redaktion Syntex. Der Vergleich beruht auf technischen Daten und Dokumentationen der Hersteller (SD Association, CompactFlash Association, Sony, Exascend, SmallRig); die Produkte haben wir für diesen Artikel nicht selbst ausprobiert. Kopierzeiten sind überschlägige Berechnungen, keine Messungen.

Datum: 05. 11. 2026, Kategorie: Testberichte