Sony FX5 vs. FX3 vs. FX30: Welche Cinema-Line-Kamera passt?

Sony FX5, FX3A und FX30 im Vergleich: Sensor, RAW, XLR-Ton, Rigging und eine klare Kaufempfehlung.

Sonys kompakte Cinema Line umfasst drei Gehäuse, die fast gleich aussehen, aber unterschiedliche Aufgaben haben. Die Sony FX5 ist die Neuheit mit gestapeltem Vollformatsensor und interner X-OCN-Aufnahme, die FX3A die bewährte Vollformatkamera für kleine Teams und die FX30 der Einstieg ins selbe System mit Super-35-Sensor.

Die häufigste Frage lautet: „Brauche ich wirklich die FX5, oder reicht eine FX3?“ Wir gehen die Unterschiede bei Bild, Ton und Arbeit am Set durch, nennen die kleinen Haken (andere Akkus, anderer XLR-Griff) und sagen, für wen sich welche Kamera eignet. Die größere Sony FX6 lassen wir hier außen vor; sie ist für eine andere Arbeitsweise gedacht als diese kompakten Gehäuse.

Sony FX5 von vorn ohne Objektiv mit sichtbarem Vollformatsensor und Sony-E-Bajonett1 / 8

Sensor: Vollformat oder Super 35

Der wichtigste Unterschied ist die Sensorgröße. FX5 und FX3A sind Vollformat, die FX30 nutzt einen APS-C-Sensor (Super 35, 23,3 × 15,5 mm). An der FX30 wird der Bildwinkel eines Objektivs also etwa um den Faktor 1,5 enger: Ein 35er verhält sich ungefähr wie ein 50er, und für die Totale in einer kleinen Wohnung brauchen Sie ein weitwinkligeres Objektiv.

Vollformat erleichtert geringe Schärfentiefe und bietet mehr Reserve bei wenig Licht. FX3A und FX5 geben über 15 Blendenstufen Dynamikumfang an, die FX30 über 14 (jeweils in S-Log3). Die FX5 hat zudem einen gestapelten Exmor-RS-Sensor mit schnellem Auslesen, der laut Sony den Rolling-Shutter-Effekt bei schnellen Schwenks verringert. Alle drei haben das Sony-E-Bajonett, Objektive lassen sich also tauschen.

Sony FX30 von vorn ohne Objektiv mit APS-C-/Super-35-Sensor2 / 8

FX30: der Einstieg in die Cinema Line

Die Sony FX30 ist der günstigste Weg zu S-Log3, S-Cinetone, Cine EI und eigenen LUTs. Das 4K-Bild entsteht durch Oversampling aus 6K (bis 60 B/s) und ist entsprechend sauber und detailreich. Sie bietet Dual-Base-ISO 800 und 2500, interne 10-Bit-4:2:2-Aufnahme inklusive All-Intra und 16-Bit-RAW über HDMI für einen externen Rekorder.

Worauf Sie achten sollten: 4K mit 120 B/s wird aus einer kleineren Sensorfläche gelesen, das Bild wird also noch enger. Und im Dunkeln hat Vollformat weiterhin die Nase vorn. Für YouTube, Firmenvideos, Hochzeiten bei Tageslicht oder den ersten Kurzfilm ist sie aber eine Kamera, mit der man lange arbeiten kann. Das Gehäuse allein wiegt 562 g, der XLR-Griff lässt sich später nachkaufen.

Sony FX3A von oben mit Zubehörgewinden, Bedienelementen und Schriftzug Cinema Line FX33 / 8

FX3A: Vollformat für kleine Teams und Gimbal

Die Sony FX3A (von Sony als FX3 geführt) ist für Ein- bis Zwei-Personen-Teams gemacht: Vollformat, 4K bis 120 B/s (mit etwa 10 % Crop), DCI 4K in echtem 24p und S-Cinetone aus der FX9. Das Gehäuse wiegt ohne Akku 630 g und lässt sich daher auch auf kleineren Gimbals leicht austarieren.

Ein großer Vorteil für schnelles Arbeiten: fünf 1/4"-Gewinde direkt im Gehäuse und drei weitere am mitgelieferten XLR-Griff. Monitor oder Funkempfänger schrauben Sie ohne Käfig an. Der Lüfter ermöglicht unterbrechungsfreie 4K/60p-Aufnahmen, lange Interviews oder Vorträge sind also kein Problem. Die Kompromisse: ein 3-Zoll-Display, kein Sucheranschluss und ein 12-MP-Sensor, der für 4K reicht, aber keine Reserve zum Beschneiden bietet.

Kameramann filmt mit der Sony FX5 im Freien bei Sonnenuntergang4 / 8

Was die FX5 beim Bild mitbringt

Die Sony FX5 ist die erste kompakte Cinema-Line-Kamera mit internem RAW: 16-Bit-X-OCN (LT, C1, C2) landet direkt auf der Karte, ohne externen Rekorder am Käfig. Open Gate nutzt den ganzen 3:2-Sensor in 5K mit bis zu 60 B/s, sodass Sie aus einer Einstellung eine Breitbildfassung und eine Hochkantversion für Social Media schneiden. 4K läuft bis 120 B/s; 5K/120p und 4K/240p verspricht Sony erst mit Firmware 2.0 (August 2027 oder später).

Drei Basis-ISO-Werte (800, 4000 und 12800) plus Dual Gain halten die Schatten sauber, vom sonnigen Außendreh bis zum Hochzeitstanz bei Kerzenlicht.

Der Haken: Open Gate gibt es nur in X-OCN und X-OCN nur im Cine-EI-Modus. Planen Sie schnelle CFexpress-Type-A-Karten und Speicherplatz ein.

Sony FX5 seitlich mit HDMI-, LAN- und USB-C-Anschlüssen sowie Mikrofon- und Kopfhörerbuchse5 / 8

FX5 im Einsatz: Fokus, Bedienung, Anschlüsse

Der KI-gestützte Autofokus erkennt Augen von Menschen, Tieren und Vögeln (die FX3A im Video nur von Menschen), der Bildstabilisator im Gehäuse bietet zusätzlich den Modus Dynamic Active für Aufnahmen im Gehen. Die Bedienung stammt aus der CineAlta-Welt: BIG6-Bildschirm, Multifunktionsrad, Tally vorn und hinten. Das 3,5-Zoll-Display hat ein Vier-Achsen-Gelenk, optional lässt sich der OLED-Sucher DVF-EL1 anschließen.

Seitlich sitzen HDMI Typ A, zwei USB-C-Ports (Stromversorgung über USB PD, Timecode per Adapter) und kabelgebundenes LAN mit 2,5 Gb/s. Gestreamt wird über RTMP, RTMPS und SRT bis 3840 × 2160. Ein Lüfter mit drei Modi sorgt für unterbrechungsfreie 5K/60p-Aufnahmen. Achtung bei Akkus: Die FX5 nutzt den neuen NP-SA100, FX3A und FX30 laufen mit NP-FZ100.

Sony FX5 mit montiertem XLR-Griff mit zwei XLR/TRS-Eingängen, Ansicht von links6 / 8

Ton: Der XLR-Griff entscheidet

Für ein Interview mit Ansteckmikrofonen oder das Pultsignal auf einer Konferenz ist der XLR-Griff zentral. Bei der FX3A liegt er bei: zwei XLR/TRS-Eingänge mit +48 V Phantomspeisung und Aufnahme von bis zu vier Kanälen in 24 Bit.

Bei der FX5 wählen Sie zwischen Gehäuse allein und Set mit XLR-Griff. Der neue Griff XLR-H2 nimmt bis zu vier Kanäle mit 96 kHz / 32 Bit Float auf, was im Schnitt viel Reserve lässt, wenn der Pegel plötzlich steigt – Applaus, Lachen, ein Ruf. Zwei praktische Hinweise: Der ältere Griff XLR-H1 funktioniert an der FX5 nicht, und der XLR-H2 passt nicht an FX3A oder FX30. Außerdem lässt sich der XLR-H2 nicht gleichzeitig mit dem OLED-Sucher nutzen. Wer mit Tonmeister und separatem Rekorder dreht, kommt mit dem Gehäuse aus.

SmallRig-HawkLock-Käfig 6776 an der Sony FX57 / 8

Rigging: SmallRig-HawkLock-Käfig

Die FX5 hat fünf 1/4"-20-Gewinde rund ums Gehäuse und zwei an der Unterseite, ein kleiner Monitor lässt sich also auch ohne Käfig anschrauben. Ein Käfig lohnt sich, wenn die Kamera im Laufe des Tages zwischen Stativ, Gimbal und Schulterrig wechselt. Der SmallRig HawkLock für FX5 (6776) ist ein U-Käfig mit oberer NATO-Schiene, die Sie abnehmen, um den originalen XLR-Griff oder den Sucher aufzusetzen. HawkLock-Schnellwechsel und Arca-Swiss-Platte beschleunigen den Umbau, eine HDMI-Klemme schützt den Monitoranschluss.

Der Käfig wiegt 204 g und bietet 1/4"-20-Gewinde, ARRI-3/8"-16-Positionierlöcher, einen cold shoe und eine QD-Aufnahme. Mit oberer Platte bestätigt SmallRig die Sony-Mikrofone ECM-B1M, ECM-M1 und ECM-B10; ECM-W3, ECM-W3S und ECM-W2BT passen laut Hersteller nicht.

Sony FX5 von vorn mit montiertem XLR-Griff8 / 8

Welche Kamera kaufen

Die FX30 ist für Filmeinsteiger, YouTube-Creator und Unternehmen, die einen filmischen Look in einer niedrigeren Preisklasse wollen und überwiegend bei gutem Licht drehen.

Die FX3A ist für Solo-Filmer und kleine Teams, Hochzeiten, Dokumentarfilm und Gimbal: Vollformat, hervorragende Ergebnisse bei wenig Licht, XLR-Griff im Lieferumfang und ein Rig ohne Käfig.

Die FX5 ist für alle, die internes RAW, Open Gate für mehrere Formate aus einer Einstellung, drei Basis-ISO-Werte, LAN und Streaming wollen – typischerweise Werbung, Musikvideos oder als Zweitkamera neben großen Sony-Kameras; farblich stimmt Sony sie auf die VENICE 2 ab. Wer Ton direkt in die Kamera aufnimmt, nimmt gleich die FX5 mit XLR-Griff.

Für wen es sinnvoll ist

Die Sony FX30 ist der beste Einstieg in die Cinema Line, die FX3A bleibt die vielseitigste Vollformatwahl für kleine Teams. Zur Sony FX5 greifen Sie, wenn Sie internes RAW, Open Gate und professionelle Anschlüsse brauchen – und wenn Sie Ton in der Kamera aufnehmen, nehmen Sie gleich das Set mit XLR-Griff.

Was uns am Design gefällt: Die Sony FX5 vereint in einem kompakten Vollformatgehäuse internes 16-Bit-X-OCN, 5K Open Gate, drei Basis-ISO-Werte und 32-Bit-Float-Ton über den XLR-Griff.

Was Sie einplanen sollten: Open Gate gibt es nur in X-OCN, 5K/120p und 4K/240p kommen erst mit Firmware 2.0, und die FX5 nutzt weder Akkus noch XLR-Griff von FX3A oder FX30.

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Syntex.

Redaktion Syntex. Der Vergleich beruht auf den technischen Daten und der Dokumentation von Sony und SmallRig; wir haben die Produkte für diesen Artikel nicht selbst ausprobiert. Die Fotos sind Produktbilder der Hersteller.

Datum: 05. 11. 2026, Kategorie: Testberichte
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