Funk-Ansteckmikrofon: Saramonic, Hollyland Lark M2, RØDE oder DJI?

Saramonic Ultra, Air, Hollyland Lark M2, RØDE Wireless GO, DJI Mic: Reichweite, Akku, 32 bit float, Timecode.

Wer Interviews, Vlogs oder Reportagen dreht, merkt früher oder später: Das Bild lässt sich in der Postproduktion retten, schlechter Ton nicht. Ein Funkset mit zwei Sendern und einem Empfänger gehört deshalb zu den sinnvollsten Anschaffungen. Unsere Hauptempfehlung ist das Saramonic Ultra 03 mit zwei Lavalier-Mikrofonen: interne 32 bit float-Sicherung, Timecode, Ladecase und Ansteckmikrofone in einem Karton.

Schwache Sets gibt es unter den Marken in diesem Vergleich nicht, nur unterschiedliche Schwerpunkte. Bei Hollyland, RØDE und DJI schreiben wir deshalb auch, wo sie vorne liegen und für wen sie dann besser passen als Saramonic.

Saramonic Ultra 03 – Funkset für zwei Sprecher mit Lavalier-Mikrofonen1 / 8

Worauf es wirklich ankommt

Die 250–400 m Reichweite aus dem Datenblatt gelten im freien Gelände. In der Wohnung, auf der Hochzeit oder in einer vollen Messehalle zählt vor allem eine stabile Verbindung über wenige Meter durch Hindernisse. Es hilft, wenn weder der Körper des Sprechers noch eine Wand zwischen Sender und Empfänger liegt.

Wichtiger sind andere Fragen. Interne Aufnahme im Sender rettet Sie, wenn die Funkstrecke abreißt. 32 bit float gleicht in der Postproduktion Schrei und Flüstern ohne Übersteuerung aus. Timecode lohnt sich für alle, die Material aus zwei Kameras schneiden. Dazu die praktischen Punkte: wie lange ein Sender durchhält, ob ein Ladecase dabei ist, wie der Empfänger an Smartphone und Kamera kommt und ob sich ein unter der Kleidung verstecktes Ansteckmikrofon anschließen lässt.

Saramonic Ultra 03 Black – zwei Sender, Empfänger mit Display und Ladecase2 / 8

Saramonic Ultra 03: die Premium-Wahl

Das Saramonic Ultra 03 ist für alle, die für Kunden drehen und nicht erst am Set merken wollen, dass etwas fehlt. Jeder Sender zeichnet eine Sicherung in seinen eigenen 8 GB-Speicher auf, bei aktiver interner Aufnahme in 32 bit float, und schreibt Timecode. Der Empfänger hat einen AMOLED-Touchscreen mit Drehregler, sodass Sie Gain und Rauschunterdrückung ohne Smartphone einstellen.

Im Lieferumfang sind zwei Lavalier-Mikrofone mit 3,5-mm-Stecker, ein Ladecase mit 2.900 mAh, Adapter für USB-C und Lightning sowie ein Kamerakabel. Wer keine Ansteckmikrofone braucht, nimmt das Saramonic Ultra 02 in Weiß mit gleicher Technik. Beide Sets sind zum Zeitpunkt des Schreibens auf Lager und liegen in einer niedrigeren Preisklasse als RØDE Wireless PRO und DJI Mic 3.

Saramonic Ultra 02 White – Funkmikrofonsystem in Weiß3 / 8

Ultra in der Praxis: Lärm, Regen, zwei Kameras

Eine typische Situation: Interview im lauten Café oder Moderation an der Rennstrecke. Laut Hersteller verarbeitet das Ultra im Low-Gain-Modus bis zu 130 dB SPL ohne Übersteuerung, die Rauschunterdrückung ClearVoice hat in der App drei Stufen, dazu kommen automatische Pegelung, Vocal Boost und ein Low-Cut bei 150 Hz. Die Sender sind nach IPX5 geschützt, ein Schauer unterbricht den Dreh also nicht.

Auf der Bühne mit zwei Rednern hilft der Stereomodus, in dem jeder seinen eigenen Kanal hat, oder eine um 6 dB leisere Sicherheitsspur. Eine abnehmbare Antenne erhöht die Reichweite von 250 auf 300 m.

Zu beachten: Ein Sender hält pro Ladung 6 Stunden, weniger als bei der Konkurrenz. Den ganzen Drehtag sichert das Case ab, mit ihm kommt das Set auf 24 Stunden. Timecode unterstützt Bildraten bis 30 fps.

Saramonic Air 02 – Taschenset mit zwei Sendern, Lavalier-Mikrofonen und Case4 / 8

Saramonic Air: die günstige Wahl fürs Smartphone

Für Reisevlogs, Reels oder Interviews mit dem Smartphone brauchen Sie weder Timecode noch interne Aufnahme. Hier passt das Saramonic Air 01: Der Sender wiegt 11 g, der Empfänger hat ein Farbdisplay, die Reichweite beträgt bis zu 300 m, und mit dem Case hält das Set bis zu 48 Stunden (bei ausgeschaltetem Empfängerdisplay). Die Rauschunterdrückung hat zwei Stufen, dazu Limiter, eine Sicherheitsspur mit −6 dB und EQ-Presets. Der Sender hat außerdem einen Eingang für ein optionales Ansteckmikrofon.

Das Saramonic Air 02 bringt gleich zwei Lavalier-Mikrofone mit 9,7-mm-Kapsel und einer Membran, die etwa 1,5× größer ist als bei üblichen Miniaturen. Ideal, wenn das Mikrofon unter dem Hemd verschwinden soll. Achtung: Ein USB-C-Adapter liegt bei, der Lightning-Adapter für ältere iPhones ist optional.

Hollyland Lark M2 Combo – Sender, drei Empfänger und Ladecase5 / 8

Hollyland Lark M2 und M2S

Das Hollyland Lark M2 Combo ist vor allem wegen Größe und Ausstattung beliebt. Der runde Sender wiegt etwa 9 g, hält per Magnet oder Silikon-Halskette und läuft rund 10 Stunden, mit Case bis zu 40 Stunden. Das Combo bringt gleich drei Empfänger mit – für Kamera, USB-C und Lightning –, wer also zwischen älterem iPhone und Kamera wechselt, muss nichts nachkaufen. Hier ist es praktischer als das Saramonic Air.

Das Hollyland Lark M2S geht noch weiter: ein logofreier Sender mit etwa 7 g und Titanclip, ideal für Hochzeiten und Interviews, bei denen die Technik unsichtbar bleiben soll.

Interne Aufnahme, 32 bit float oder Timecode nennt Hollyland für diese Modelle nicht. Wer eine Sicherung für Funkaussetzer will, greift zum Saramonic Ultra.

RØDE Wireless GO Gen 3 Black – zwei Sender und ein Empfänger6 / 8

RØDE Wireless GO Gen 3 und Wireless PRO

RØDE ist die sichere Wahl für alle, die bereits im Series-IV-Ökosystem arbeiten, etwa mit einem RØDECaster. Das RØDE Wireless GO Gen 3 zeichnet in jedem Sender eine 32 bit float-Sicherung mit über 40 Stunden Kapazität auf und bietet einen verriegelbaren 3,5-mm-Eingang fürs Ansteckmikrofon, GainAssist sowie analogen und USB-C-Ausgang. Timecode fehlt allerdings, und das Charge Case+ kostet extra. Die Laufzeit beträgt bis zu 7 Stunden, die Reichweite bis zu 260 m.

Das RØDE Wireless PRO ergänzt Timecode, 32 GB Speicher, ein Ladecase und zwei Lavalier II. Ein ausgereiftes Profisystem mit sehr gutem Support. Das Saramonic Ultra 03 bietet vergleichbare Ausstattung – 32 bit float, Timecode, Case und Ansteckmikrofone – in einer niedrigeren Preisklasse.

DJI Mic 3 – zwei Sender, Empfänger und Ladecase7 / 8

DJI Mic Mini 2 und DJI Mic 3

Das DJI Mic Mini 2 richtet sich an Creator, die ein möglichst kleines Set wollen: Sender mit etwa 11 g, Reichweite bis 400 m, rund 11,5 Stunden pro Sender und mit Case bis zu 48 Stunden für das ganze Set. Farbige Magnetcover und die direkte Verbindung zu Osmo-Kameras über DJI OsmoAudio schätzen vor allem jene, die schon mit DJI drehen. Interne Aufnahme und Timecode nennt der Hersteller nicht.

Das DJI Mic 3 ist technisch am weitesten: 32 bit float im Senderspeicher, Timecode mit Bildraten bis 60 fps, zwei Bänder mit 2,4 und 5 GHz und bis zu vier Sender pro Empfänger. Für Drehs mit drei und mehr Gästen ist das ein starkes Argument. Ansteckmikrofone liegen nicht bei; für zwei Sprecher mit Lavalier ist das Ultra 03 das vollständigere Paket.

Saramonic Air 01 – zweikanaliges Taschenset mit Ladecase8 / 8

Was für wen?

Hochzeiten, Firmenvideos, Dokus und zwei Kameras: Saramonic Ultra 03. 32 bit float-Sicherung, Timecode und beiliegende Ansteckmikrofone decken die meisten Situationen ab, in denen nichts schiefgehen darf.

Vlogs, Social Media und Interviews mit dem Smartphone: Saramonic Air 01, mit Lavalier das Air 02. Genug Reichweite, lange Laufzeit und eine freundliche Preisklasse.

Kleinster Sender und iPhone mit Lightning: Hollyland Lark M2 oder M2S.

RØDE- und RØDECaster-Ökosystem: Wireless GO Gen 3 oder Wireless PRO.

Drei und mehr Sprecher oder DJI-Osmo-Kameras: DJI Mic 3, alternativ Mic Mini 2.

Zum Schluss ein Tipp: Egal, was Sie kaufen – drehen Sie den Gain an der Kamera so weit wie möglich herunter und regeln Sie den Pegel am Empfänger. So vermeiden Sie Rauschen vom Kamera-Vorverstärker.

Für wen es sinnvoll ist

Für die meisten Drehs zu zweit empfehlen wir das Saramonic Ultra 03: 32 bit float-Sicherung, Timecode, Ladecase und zwei Lavalier-Mikrofone in einem Set. Wer vor allem mit dem Smartphone filmt, kommt mit dem Saramonic Air 01 gut aus. Hollyland führt bei den kleinsten Sendern, RØDE beim Series-IV-Ökosystem und das DJI Mic 3 bei der Zahl der Sender pro Empfänger.

Was uns am Design gefällt: Das Saramonic Ultra 03 vereint interne 32 bit float-Sicherung, Timecode, IPX5-Schutz, Ladecase und zwei Lavalier-Mikrofone in einem Set.

Was Sie einplanen sollten: Ein Ultra-Sender hält pro Ladung 6 Stunden, weniger als die Konkurrenz, und ist größer und schwerer als die kleinsten Sender von Hollyland und DJI.

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Syntex.

Syntex-Redaktion. Der Vergleich beruht auf technischen Daten und Dokumentation von Saramonic, Hollyland, RØDE und DJI sowie auf Syntex-Produktinformationen; wir haben die Produkte für diesen Artikel nicht selbst getestet. Reichweite und Laufzeit sind Herstellerangaben für ideale Bedingungen. Die Fotos sind Produktbilder der Hersteller.

Datum: 05. 11. 2026, Kategorie: Testberichte